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Ekel

Wort der Woche

Ekel

„Wir verwenden Toilettenpapier, um mit unserem Stuhlgang möglichst nicht in Berührung zu kommen. Das Anfassen von eigenem Urin fällt normalerweise weniger schwer. Es gibt sogar den volksgebräuchlichen ‚Urinwickel’, eine Art der umstrittenen Eigenurintherapie. Die Vorstellung, Urin – auch wenn es sich um den eigenen handelt – zu trinken, lässt uns schaudern. In der Eigenurintherapie gibt es auch diese Methode, von diversen abnormen Sexualpraktiken ganz zu schweigen. Zwar ekelt uns im Normalfall unser eigener Anal- und Urogenitalbereich nicht, dennoch sind diese Bereiche, weil sie Öffnungen für Ausscheidungen sind, jene Körperzonen, die wir als ‚schmutzig’ empfinden und deshalb auch tunlichst verbergen.
Eigenes Sputum und Nasensekret ekeln uns nicht, wir haben es selbst in Mund, Nase und Rachen. Sobald Sputum oder Nasensekret aber außerhalb des Körpers gelangen, ekeln wir und davor und zwar umso mehr, je länger sich diese Sekrete außerhalb unserer selbst befinden. Wenn wir in ein Glas spucken und die eigene Spucke wieder austrinken sollen, ekeln wir uns davor – und zwar sehr. Bei Kleinkindern ist das nicht so, es macht ihnen Spaß, Saft im Mund mit Spucke zu vermischen, wiederholte Male wieder ins Glas zu spucken, um das lauwarm-schaumige Gebräu schließlich zu trinken – aber nur bis zu einem gewissen Alter. Kinder essen auch sehr gerne Nasenpopel. Erwachsene tun das meist auch, sie geben es aber nicht zu. Macht man Kindern aber den Vorschlag, ihre Nasenpopel in einer kleinen Schachtel zu sammeln – sozusagen einen Vorrat anzulegen, damit sie später verzehrt werden können -, reagieren sie mit Ekel darauf.“

Christine Pernlocher-Klüger: Körperscham und Ekel. Wesentlich menschliche Gefühle. Nordestedt (GRIN Verlag) 2003, S. 22

Wochenvorschau vom 23.10.2011

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