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Werke - Literatur im Bild – Slutschewskij

Der Kranke rechts von mir

Konstantin Konstantinowitsch Slutschewskij (1837-1904) veröffentlichte seine ersten Gedichte Anfang der fünfziger Jahre und erlebte seitens der kunstfeindlichen Kritik eine so energische Ablehnung, daß er viele Jahre nicht mehr als Lyriker hervortreten wollte. Erst in den achtziger Jahren, als er Redakteur des amtlichen Regierungsboten war, fing er wieder an, Gedichte zu schreiben. Was seine Poesie interessant macht, ist die Fülle von Dissonanzen und inneren und äußeren Widersprüchen. Der reine Künstler und der Philosoph (er war Doktor der Philosophie einer deutschen Universität) lagen in ihm immer im Kampf, und dies verleiht seinen auffallend ungleichmäßigen Gedichten einen Zug ins Tragische. Er schrieb orthodox-religiöse, daneben auch gotteslästerliche Gedichte und schlug manchmal Töne an, die zu seinem Kammerherrntitel und zu seiner Stellung als Redakteur des Regierungsboten in krassem Widerspruch standen. Seine Kunstmittel waren nicht sehr groß, aber vielleicht hatte er das Zeug in sich, ein russischer Baudelaire zu werden.

Alexander Eliasberg: Russische Literaturgeschichte in Einzelporträts. Berlin (Greifenverlag) 2009 S.135f.

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Konstantin Slutschewskij: "Der Kranke rechts von mir ..." Übersetzt von Eric Boerner. Illeguan

Interpretiert von Dagmar Schwarz

 

Buchtipp
Felix Philipp Inglod (Hrsg. und Übersetzer): "Als Gruß zu lesen." Russische Lyrik von 2000 bis 1800. Recklinghausen (Dörlemann) 2011