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Nachteil

Werke - Literatur im Bild – Baudelaire

Die Blinden

“Die Begegnung des Flaneurs [Baudelaire] mit den Blinden konzentriert sich in den Terzinen auf zwei … andere Aspekte. Einmal geht es um die Beziehung der Blinden zur Stadt …, zum anderen, und in diesem Kontext steht die das Gedicht abschließende Frage …, um das Verhältnis des Flaneurs zu den Blinden.  …
Indem der Gang in grenzenloser Schwärze als ‘frère du silence éternel’ verstanden wird, gelingt es dem lyrischen Ich, die Blinden im Gegensatz zur lärmenden Großstadt zu stellen: in ihren Bewegungen sind sie das Andere der großstädtischen Bewegtheit. Genau mit dieser Bewegung identifiziert sich das lyrische Ich, indem er die Großstadt zum Zeugen aufruft … Auch er, der Flaneur, der sich ja zunächst durch nichts als durch seine Gehbewegung bestimmt, versteht sich aufgrund derselben als das Andere des großstädtischen Lebens und positioniert sich so innerhalb der Großstadt in einem Außen zu ihr. Die grundlegende Differenz zu den Blinden, von Anfang an durch den Blick gegeben, wird ausgeblendet. ”

Harald Neumayer: Der Flaneur. Konzeptionen der Moderne. Würzburg (Königshausen & Neumann) 1999, S. 55f

up down

Charles Baudelaire: Die Blinden. Übersetzt von Eric Boerner. In: Illeguan. Mit freundlicher Genehmigung des Übersetzters.

 

Interpretiert von Kilian Klapper